Polytron – Kopfstellen, Modulatoren und Verstärker aus Bad Wildbad
Polytron baut die Technik, die zwischen Antenne und Teilnehmerdose sitzt: Kompaktkopfstellen, die Satellitentransponder in DVB-C, DVB-T oder IP umsetzen, Modulatoren, Breitbandverstärker und Verteiltechnik. Entwickelt und gefertigt wird in Deutschland. Bei uns bekommen Sie das Programm als Fachhandelsware zu Nettopreisen – für Hotel, Klinik, Pflegeheim, Wohnungswirtschaft und jede Anlage, in der aus einer Satellitenempfangsstelle ein hausweites Kabel- oder IP-Netz werden soll. Die vollständige Artikelliste mit Preisen und Verfügbarkeit steht unterhalb dieses Textes.
60 Jahre Signalverteilung: die Firmengeschichte
Die Polytron-Vertrieb GmbH wurde 1966 von Kurt Wolf in Bad Wildbad im Nordschwarzwald gegründet; die Eintragung ins Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart datiert auf den 14. November 1966. Damit begeht das Unternehmen in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen – und ist bis heute familiengeführt. Die Geschäftsführung liegt bei Carolin Schlüter und Wolfgang Schlüter.
Die Entwicklungslinie lässt sich an den Produkten ablesen. Den Anfang machten in den 1960er-Jahren Antennenverstärker auf Transistorbasis, ab 1970 kamen die ersten Steckernetzteile dazu. 1982 begann Polytron mit der eigenen Kopfstellenfertigung und baute damit die Kompetenz auf, die das Unternehmen bis heute prägt: Satellitensignale empfangen, aufbereiten und in ein vorhandenes Hausnetz einspeisen. 1995 folgte mit dem patentierten Einkabelsystem „PolySelect“ eine Lösung, um Satellitensignale über eine bestehende Gebäudeverkabelung zu verteilen – rund zehn Jahre vor der Normung der Einkabeltechnik in EN 50494.
Mit der Digitalisierung stellte sich das Programm auf QPSK, DVB-S2 und DVB-C um. Aus dieser Zeit stammen die QAM-Kompaktkopfstellen und der Aufbau der PCU-Serie, die bis heute den Kern des Kopfstellengeschäfts bildet. In den 2020er-Jahren kamen IP-Streamer und modulare IP-Kopfstellen dazu; 2023 stellte Polytron die MPX-Serie in 19-Zoll-Technik vor, die TV und Radio sowohl über Kabel- als auch über IP-Netze verteilt. Vertretungen in europäischen Ländern sowie in China, Australien, im Nahen Osten und in Afrika betreuen den Export.
Entwicklung und Fertigung in Deutschland
Polytron beschäftigt über 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort Langwiesenweg 64–71 in 75323 Bad Wildbad und produziert dort auf einer Fläche von mehr als 18.000 Quadratmetern. Entwicklung, Fertigung und Prüfung liegen im eigenen Haus – ein Punkt, der im Kopfstellengeschäft praktische Folgen hat: Geräte werden vor Auslieferung im Dauerlauf geprüft, Firmware und Programmiersoftware kommen vom selben Haus wie die Hardware, und Ersatzteile bleiben über die üblichen Produktzyklen hinaus verfügbar. Zum Leistungsumfang gehören außerdem Vorprogrammierung ab Werk, Inbetriebnahme vor Ort und technischer Support.
Die Kompetenzfelder des Unternehmens sind Kopfstellen, Modulatoren, Verstärker und Filtertechnik, optische Komponenten bis hin zu GPON und XGS-PON, optische Knoten, Multischalter und Verteiltechnik sowie Zubehör.
Kompaktkopfstellen: das Prinzip
Eine Kompaktkopfstelle nimmt Transponder aus der Satellitenempfangsanlage entgegen, entschlüsselt sie bei Bedarf über CI-Module und setzt sie in ein Format um, das die vorhandene Hausverteilung transportieren kann – DVB-C für Koaxialnetze, DVB-T für Anlagen mit terrestrischer Ausstattung oder IP für Netzwerkverkabelung. Der Vorteil gegenüber einer Verteilung der Satelliten-Zwischenfrequenz liegt in der Infrastruktur: Es genügt ein einziges Kabel je Wohneinheit, jeder Fernseher mit DVB-C-Tuner ist ohne Zusatzgerät empfangsbereit, und die Senderbelegung wird zentral festgelegt statt an jedem Endgerät.
Zwei Größen bestimmen die Auslegung: die Zahl der Eingangstuner – also wie viele Transponder gleichzeitig umgesetzt werden – und die Frage, wie flexibel die vier Satellitenebenen auf diese Tuner verteilt werden können. Genau an dieser Stelle unterscheiden sich die Polytron-Serien.
QAM 12 LAN: zwölf Transponder in einem Gerät
Die QAM 12 LAN (13741, Herstellernummer 5552024) setzt zwölf DVB-S/S2-Transponder in zwölf DVB-C-Kanäle um. Ihr Kennzeichen ist die integrierte Eingangsmatrix: Statt zwölf Zuleitungen genügen vier Anschlüsse für die vier frei wählbaren SAT-ZF-Ebenen, die intern auf die zwölf Tuner geschaltet werden. Das verkürzt die Verkabelung im Technikraum erheblich. Die Ausgangskanäle sind zwischen 112 und 862 MHz frei wählbar und nachbarkanaltauglich, die Pegelabsenkung ist von 0 bis 12 dB einstellbar. An den Eingängen 1 und 4 liegt eine 12-V-Speisung für das LNB an. Programmiert wird über Laptop oder PC per USB-Kabel oder über die RJ45-LAN-Buchse; LCN, NIT, TSP und LAN-Steuerung gehören zum Funktionsumfang. Das passende Ersatznetzteil führen wir unter 13746.
Die PCU-Serien im Überblick
Die PCU-Kompaktkopfstellen sind das Rückgrat des Programms. Sie unterscheiden sich in der Zahl der Tuner und in der Ausgangsnorm; die Grundfunktionen – CI-Schacht je Eingang, Programmierung über USB und LAN, temperaturgeregelte Lüfter nach dem Long-Life-Konzept des Herstellers – sind über die Serien hinweg gleich.
| Serie | Modell | Artikel | Transponder | Ausgang |
|---|---|---|---|---|
| PCU 4100 | PCU 4111 | 13747 | 4 | DVB-C |
| PCU 4121 | 13748 | 4 | DVB-T | |
| PCU 8500 | PCU 8510 | 13749 | 8 | DVB-C |
| PCU 8520 | 13750 | 8 | DVB-T | |
| PCU 8600 | PCU 8610 | 13751 | 8 | DVB-C |
| PCU 8620 | 13752 | 8 | DVB-T |
Die PCU 4100 verarbeitet vier Eingangssignale, die wahlweise aus Satellit, terrestrischem Empfang oder Kabel stammen dürfen. Jeder der vier Eingänge hat einen eigenen CI-Schacht, sodass verschlüsselte Inhalte zentral entschlüsselt werden. Über Doppelmodulatoren lassen sich ausgewählte Kanäle auf zwei Ausgangskanäle verteilen, wenn ein Transponder mehr Bandbreite braucht, als ein Ausgangskanal hergibt. Der Ausgangsbereich liegt bei 112 bis 862 MHz, der Ausgangspegel bei 90 dBµV. LCN, NIT, TSP und LAN-Steuerung sind auch hier vorhanden.
Die PCU 8500 und die PCU 8600 arbeiten mit acht Tunern und einer 4-auf-8-Umschaltmatrix: Vier SAT-Ebenen werden angeschlossen und flexibel auf die acht Tuner verteilt. Die PCU 8610 als DVB-C-Variante der neueren Serie verarbeitet MPEG-2, MPEG-4 und HEVC, moduliert wahlweise in 16, 32, 64, 128 oder 256 QAM, arbeitet mit Eingangspegeln von 50 bis 80 dBµV und gibt 90 dBµV auf acht frei wählbaren Kanälen zwischen 112 und 860 MHz aus. Die Leistungsaufnahme liegt bei rund 49 Watt. Transponderinhalte sind selektierbar, die Programmplatzsortierung erfolgt über LCN, NIT und ONID lassen sich anpassen, TSID und SID neu zuordnen. Zwei temperaturgeregelte Lüfter gehören zum Long-Life-Konzept.
PCU 4131: Kopfstelle für das IP-Netz
Der IP-Streamer PCU 4131 (13753, Herstellernummer 5552140) hat vier Eingänge, die wahlweise DVB-S/S2-, DVB-T/T2- oder DVB-C-Signale annehmen und in IPTV-Ströme wandeln. Am Ausgang stehen bis zu 128 Single-Program-Transportströme und vier Multi-Program-Transportströme über eine 1-Gbit-Ethernet-Anbindung zur Verfügung, wahlweise über UDP oder UDP/RTP. Je Empfangstuner ist eine DVB-CI-Schnittstelle integriert, sodass verschlüsselte Inhalte zentral entschlüsselt werden. Bei Nutzung des SAT-Eingangs steht eine schaltbare 12-V-Speisung für das LNB bereit. Die SI- und PSI-Tabellen – PAT, PMT, SDT und EIT – werden dynamisch angepasst und in den Datenstrom eingebettet. Über den eingebauten Webserver lässt sich das Gerät programmieren und aktualisieren, auch aus der Ferne.
Damit deckt die PCU 4131 den Fall ab, in dem ein Gebäude bereits strukturiert verkabelt ist und keine zweite Koaxialebene bekommen soll: Fernseher mit IPTV-Client, Set-Top-Boxen oder Hotel-TV-Systeme holen sich die Programme direkt aus dem Netzwerk.
HDM-1 ULS: HDMI in den Kabelkanal
Der Modulator HDM-1 ULS (31046) setzt ein HDMI-Signal in einen DVB-C-Kanal (QAM) oder einen DVB-T-Kanal (COFDM) um; die Ausgangsmodulation wird im Menü gewählt. Als Quelle kommen Satellitenreceiver, Computer, Kameras oder Zuspieler in Frage – HD-Auflösung bleibt dabei erhalten. Gearbeitet wird auf Basis von MPEG-4 AVC/H.264, der Ausgangsbereich umfasst VHF und UHF von 30 bis 960 MHz, die Modulationsfehlerrate liegt über 42 dB. Programmiert wird über das integrierte LC-Display. Typische Anwendungen sind der Infokanal im Hotel, das Kamerabild aus der Tiefgarage oder ein Signalzuspieler, der auf allen Fernsehern des Hauses auf einem eigenen Programmplatz liegen soll.
CI-Schächte: Entschlüsselung an einer Stelle
Jede der genannten PCU-Kopfstellen bringt je Eingangstuner eine DVB-CI-Schnittstelle mit. Das ist der Grund, weshalb Kopfstellentechnik in Beherbergung und Wohnungswirtschaft die übliche Lösung ist: Ein einziges Modul samt Karte an der Kopfstelle stellt einen Programmbereich für alle angeschlossenen Fernseher bereit, statt in jedem Zimmer ein Empfangsgerät mit eigener Karte auszustatten. Die Kopfstelle gibt die entschlüsselten Inhalte anschließend als freie DVB-C-, DVB-T- oder IP-Kanäle weiter. Ob und in welchem Umfang das im Einzelfall zulässig ist, regelt der Vertrag mit dem jeweiligen Programmanbieter – die technische Seite ist mit dem CI-Schacht abgedeckt.
Was bei der Planung im Objekt zählt
Drei Punkte entscheiden im Technikraum über das Ergebnis. Bandbreite je Ausgangskanal: Ein DVB-S2-Transponder kann mehr Datenrate führen, als ein einzelner DVB-C-Kanal aufnimmt. Für solche Fälle bieten die PCU-Serien Doppelmodulatoren an, die den Inhalt auf zwei Ausgangskanäle verteilen; alternativ lässt sich über die Transponderselektion festlegen, welche Programme tatsächlich übernommen werden. Programmplatzsortierung: Über LCN wird die Reihenfolge zentral vorgegeben, sodass ein Sendersuchlauf auf jedem Gerät im Haus dieselbe Belegung ergibt – im Hotel die Voraussetzung dafür, dass die Zimmerinformation an Platz 1 landet. Wärme und Montageort: Kopfstellen mit acht oder zwölf Tunern setzen dauerhaft Leistung um; die PCU 8610 nimmt rund 49 Watt auf. Temperaturgeregelte Lüfter gehören deshalb zum Konzept, und der Einbauort sollte Luft von unten nach oben durchlassen.
Einkabeltechnik: von PolySelect zur Norm
Die Idee, mehrere Teilnehmer über eine einzige Koaxialleitung mit frei wählbaren Transpondern zu versorgen, hat Polytron 1995 mit dem patentierten PolySelect-System vorweggenommen. Heute ist das Verfahren in EN 50494 (Unicable I) und EN 50607 (Unicable II) genormt und aus der Sanierung nicht mehr wegzudenken: In einem Bestandsgebäude mit einer Steigleitung je Wohnung entfällt damit der Aufwand, vier Ebenen bis unters Dach neu zu ziehen. Wo dagegen ohnehin eine zentrale Aufbereitung gewünscht ist – weil jeder Fernseher ohne Zusatzgerät empfangen soll oder weil die Senderliste zentral gepflegt wird –, führt der Weg über die Kopfstelle. Beide Ansätze schließen sich nicht aus; in größeren Objekten stehen sie oft nebeneinander.
Verstärker für Hausanschluss und Terrestrik
Der HG 30115 (31099) ist ein Hausanschlussverstärker mit einem Frequenzbereich bis 1 GHz. Er verstärkt um 30 dB, liefert 115 dBµV Ausgangspegel und hat einen Rückkanal mit 25 dB im Bereich von 5 bis 65 MHz. Verstärkung und Entzerrung werden über Drehregler eingestellt, was die Anpassung an die vorgefundene Leitungslänge ohne Steckdämpfungsglieder erlaubt.
Der MBA 35118 N (POMBA35118N) ist ein Multibandverstärker für den terrestrischen Empfang mit vier getrennten Eingängen: Band I/FM, Band III/DAB, UHF 1 und UHF 2. Die Verstärkung liegt je nach Frequenzbereich zwischen 10/15 und 30/35 dB, der Ausgangspegel bei 118/119 dBµV, der maximale Eingangspegel bei 92/94 dBµV. Ein Zwischenstufenabschwächer mit −20 dB, ein Rauschmaß von 4,5 bis 5,5 dB und eine Rückflussdämpfung über 10 dB runden die Daten ab. Das Gerät ist gegen LTE-Einstrahlung gefiltert. Getrennte Eingänge sind dort im Vorteil, wo DAB und UHF aus unterschiedlichen Richtungen kommen und mit unterschiedlichen Pegeln ankommen – jeder Bereich wird einzeln eingestellt.
Verteiltechnik und Stromversorgung
Für die Stammleitung im Breitbandkabelnetz führen wir drei BK-Stichabzweiger: 16 dB dreifach (31042), 20 dB dreifach (31043) und 12 dB vierfach (31044). Ein Abzweiger unterscheidet sich in der Aufgabe von einem Verteiler: Er koppelt einen definierten Anteil des Signals aus und lässt die Stammleitung mit dem Rest weiterlaufen, während ein Verteiler die Leistung aufteilt und die Leitung dort endet. Die Abzweigdämpfung – die 12, 16 oder 20 dB – wird deshalb passend zur Position im Strang gewählt: Je weiter vorn der Abzweiger sitzt, desto höher darf sie sein, damit für die nachfolgenden Teilnehmer genug Pegel übrig bleibt.
Als Stromversorgung führen wir das PMP NG 15/3300 (31084) mit 15 V und 3300 mA. Es speist Multischalter, Verstärker und Kaskadenaufbauten, deren Eigenverbrauch die Speisung über den Receiver überschreitet.
Auslegung: welche Kopfstelle für welches Objekt
- Bis vier Transponder, Koaxialnetz – PCU 4111; die vier Eingänge nehmen wahlweise Satellit, Terrestrik oder Kabel an
- Bis vier Transponder, terrestrisch ausgestattetes Netz – PCU 4121 mit DVB-T am Ausgang
- Acht Transponder mit flexibler Ebenenzuordnung – PCU 8510 oder PCU 8610 für DVB-C, PCU 8520 oder PCU 8620 für DVB-T
- Zwölf Transponder, große Senderliste – QAM 12 LAN mit interner 4-auf-12-Matrix
- Strukturierte Verkabelung, IPTV – PCU 4131 mit bis zu 128 SPTS über 1-Gbit-Ethernet
- Eigenes Signal einspeisen – HDM-1 ULS als HDMI-Modulator auf einem eigenen Programmplatz
- Pegel im Haus anheben – HG 30115 für den Hausanschluss, MBA 35118 N für getrennte terrestrische Bänder
Bedienungsanleitungen und Programmiersoftware zu allen genannten Geräten stellt der Hersteller unter polytron.de/anleitungen bereit; die für unsere Artikel passenden Dokumente sind an den jeweiligen Produktseiten hinterlegt.
Aus eigener Fertigung
Aus eigener Fertigung: Beim Netzteil gibt es ein direktes Gegenstück – das DUR-line NT 15/3300 F liefert dieselben 15 V bei 3300 mA. Wenn die Leitung am Abgriff enden darf, statt weiterzulaufen, ist ein Verteiler die einfachere Lösung; dafür führen wir die Serie DUR-line DFV für SAT- und BK-Anwendungen. Für Kopfstellen, Modulatoren und Breitbandverstärker haben wir kein eigenes Programm – in diesen Bereichen ergänzt Polytron unser Sortiment, statt es zu doppeln.
Bestellung über den Fachhandel
Alle Preise verstehen sich netto zzgl. MwSt. und sind registrierten Gewerbekunden vorbehalten. Vorrätige Ware versenden wir taggleich – Paketsendungen bei Bestelleingang bis 15:00 Uhr, Speditionsware bis 10:00 Uhr – ab unserem Lager in Villingen-Schwenningen. Die Verfügbarkeit steht an jedem Artikel; Kopfstellen beschaffen wir auf Anfrage und liefern sie auf Wunsch vorprogrammiert. Bei Fragen zur Auslegung oder zu Projektmengen erreichen Sie uns unter +49 7721 94648-0.












