Marstek Speicher – Venus und Jupiter für Balkonkraftwerke und Kleinanlagen
Marstek Venus A, D und E sowie Jupiter C+: All-in-One-Speicher mit integriertem Wechselrichter, modular bis 12,72 kWh erweiterbar, dazu der CT002 Smart Meter. Wählen Sie nach Kapazität und Aufstellort – Nettopreise für Solarteure und Elektrofachbetriebe.
Marstek im Detail – Hersteller, All-in-One-Aufbau & Sortiment
Marstek baut steckerfertige Batteriespeicher für Mini-PV-Anlagen: kompakte All-in-One-Geräte mit integriertem Wechselrichter, die sich modular auf zweistellige Kilowattstundenwerte erweitern lassen. Wir führen die Jupiter- und Venus-Reihe samt Erweiterungsmodulen und Smart Meter als Fachhandelsware zu Nettopreisen.
Hinter der Marke steht Hamedata
Marstek ist die Speichermarke von Hamedata Technology, kurz Hame – einem 2009 gegründeten chinesischen Hersteller, der 2016 über einen Börsengang an der NEEQ notiert wurde. Das Unternehmen beschäftigt über 1.000 Mitarbeiter und unterhält in Shenzhen ein Entwicklungszentrum mit mehr als 200 Forschenden. Es hält nach eigenen Angaben 156 Patente, darunter 6 Erfindungspatente.
Der für die Beurteilung wichtigste Punkt ist die Fertigungstiefe: Hame betreibt eine eigene Batteriezellfertigung, ein eigenes Spritzgusswerk und Produktionsstandorte in Shenzhen und Hunan. Die Kernkompetenzen liegen bei Lithiumzellen, Batteriemanagementsystemen, Wechselrichtern hoher Leistung und Schnellladetechnik. In einem Marktsegment, in dem viele Anbieter Zellen, BMS und Gehäuse zukaufen und lediglich integrieren, ist eine eigene Zellfertigung ein Unterschied – sie erklärt unter anderem, warum Marstek beim Preis anders auftreten kann als reine Systemhäuser.
Aus dieser Fertigung stammt auch die patentierte Zellchemie, die in den Venus-Systemen verbaut ist. Sie erlaubt in Verbindung mit einer Überwachung der einzelnen Zellen das Laden bei Temperaturen unter 0 °C – für einen Speicher, der auf dem Balkon oder an der Außenwand steht, ist das die praktisch relevante Eigenschaft: Ohne diese Freigabe steht ein Gerät im Winter genau dann still, wenn die Sonne wieder scheint. Die verbauten LiFePO4-Zellen sind auf mindestens 80 % Restkapazität nach 6.000 Vollzyklen ausgelegt.
All-in-One: was das im Aufbau bedeutet
Die Marstek-Geräte vereinen Batterie, Batteriemanagement, Wechselrichter und Steuerung in einem Gehäuse. Für die Montage heißt das: Es gibt kein separates Wechselrichtergehäuse, keine DC-Verkabelung zwischen Speicher und Wandler und keine zweite Wandmontage. Das Gerät wird aufgestellt oder aufgehängt, die Module werden auf der DC-Seite angeschlossen, die AC-Seite geht in die Steckdose oder – bei fester Installation – auf eine Energiesteckvorrichtung.
Die Kehrseite ist die geringere Freiheit bei der Auslegung: Bei einem All-in-One-Gerät sind Wechselrichterleistung und Batteriekapazität ab Werk zueinander festgelegt. Wer eine Anlage plant, bei der Modulleistung und Speichergröße stark auseinanderlaufen, ist mit getrennten Komponenten flexibler. Für den weit überwiegenden Teil der Mini-PV-Anlagen ist die integrierte Bauform aber der schnellere und fehlerärmere Weg.
Die Erweiterung erfolgt über eigene Erweiterungsspeicher, die an das Basismodul angeschlossen werden. Das Venus-A-System wächst so auf bis zu 12,72 kWh, die Jupiter-C+-Reihe stapelt in Schritten von 2,56 kWh. Das ist der Grund, weshalb sich die Baureihe für den Fachbetrieb gut anbieten lässt: Der Kunde entscheidet sich für eine Plattform und legt die endgültige Größe später fest.
Die Baureihen im Überblick
| Reihe | Kapazität Basis | Ausbau | Einsatz |
|---|---|---|---|
| Jupiter C+ | 2,56 kWh | über Erweiterungsspeicher | Balkonkraftwerk, kleine Mini-PV |
| Venus C & E | AC-gekoppelt | – | Nachrüstung an bestehender Anlage |
| Venus D | Basismodul | Erweiterungsspeicher | Balkon- und Mini-PV bis 15,36 kWh im Verbund |
| Venus A | Basismodul | bis 12,72 kWh | All-in-One-Energiesystem, Plug & Play |
| Venus E 3.0 | 5,12 kWh | – | AC-gekoppelter Solarstromspeicher |
Die Unterscheidung zwischen den Buchstabenreihen läuft im Wesentlichen über die Kopplung und den Ausbauweg. Venus E und Venus C & E sind AC-gekoppelt und damit für die Nachrüstung gedacht: Sie sitzen hinter dem vorhandenen Wechselrichter, ohne dass in die DC-Seite eingegriffen wird. Venus A und Venus D sind als modulare Basissysteme angelegt, an die Erweiterungsspeicher angeschlossen werden. Jupiter C+ ist die kompakteste Reihe und deckt den klassischen Balkonfall mit zwei bis vier Modulen ab.
Für die verbrauchsgeführte Regelung führen wir den CT002 Smart Meter, einen dreiphasigen Zähler mit Stromwandlern. Wie bei jedem Speichersystem gilt: Ohne Messung am Netzübergabepunkt kann das Gerät nicht wissen, wie viel das Haus gerade zieht, und arbeitet dann nach starrem Muster statt nach Bedarf. Der Smart Meter ist damit funktional Teil des Systems, nicht optionales Zubehör.
Zyklen, Alterung und was 6.000 Zyklen bedeuten
Die Angabe „mindestens 80 % Restkapazität nach 6.000 Vollzyklen“ ist die zentrale Kennzahl eines Speichers und lohnt eine Einordnung. Ein Vollzyklus ist die vollständige Ladung und Entladung der Nennkapazität – zwei Halbzyklen zählen zusammen als einer. Ein Speicher an einer Mini-PV-Anlage fährt im Sommerhalbjahr etwa einen Vollzyklus pro Tag, im Winter deutlich weniger; über das Jahr sind das grob 250 bis 300 Zyklen. 6.000 Zyklen entsprechen damit rechnerisch rund 20 Jahren Betrieb.
Neben der Zyklenalterung gibt es die kalendarische Alterung: Eine Zelle verliert Kapazität auch dann, wenn sie nur herumsteht – abhängig von Temperatur und Ladezustand. In der Praxis wird deshalb meist die kalendarische Grenze zuerst erreicht und nicht die Zyklenzahl. Das relativiert die Werbewirkung sehr hoher Zyklenangaben und macht zugleich deutlich, warum Aufstellort und Temperatur wichtiger sind als die letzten tausend Zyklen auf dem Datenblatt.
Die Restkapazität von 80 % ist keine Ausfallgrenze, sondern der Punkt, ab dem die Garantie endet. Der Speicher arbeitet danach weiter, nur mit entsprechend geringerer nutzbarer Kapazität.
Aufstellung im Freien: Temperatur und Schutzart
Ein Speicher am Balkon steht dort, wo Wetter ist – das unterscheidet ihn vom Kellergerät und stellt zwei Anforderungen. Die Schutzart muss zum Aufstellort passen: geschützt unter dem Balkon oder frei stehend mit Schlagregen sind unterschiedliche Fälle, und die Angabe im Datenblatt gilt jeweils für den fertig montierten Zustand mit angeschlossenen Leitungen, nicht für das Gerät auf dem Tisch.
Der Temperaturbereich ist der Punkt, an dem sich die Systeme unterscheiden. Standardmäßig sperren Lithiumzellen die Ladung unterhalb von 0 °C, weil sich bei tiefen Temperaturen metallisches Lithium an der Anode abscheiden kann. Ein Speicher ohne besondere Vorkehrung steht damit an einem klaren Januarmorgen still – ausgerechnet dann, wenn die Anlage nach der Nacht wieder liefert. Die Marstek-Venus-Systeme lösen das über die patentierte Zellchemie ihres Mutterunternehmens in Verbindung mit einer Überwachung der einzelnen Zellen und geben das Laden auch unter 0 °C frei. Für eine ganzjährig genutzte Außenaufstellung ist das die maßgebliche Eigenschaft.
Unabhängig davon gilt: Direkte Sonneneinstrahlung im Sommer verkürzt die Lebensdauer. Ein schattiger, belüfteter Platz ist der bessere Aufstellort als eine Südwand.
Regelverhalten: Reaktionszeit und Standby
Zwei Eigenschaften bestimmen im Alltag, wie viel ein verbrauchsgeführtes System tatsächlich einspart, und beide stehen selten im Prospekt.
Die Reaktionszeit beschreibt, wie schnell der Speicher auf eine Laständerung reagiert. Schaltet der Wasserkocher ein, vergehen bis zur Nachregelung je nach System einige Sekunden – in dieser Zeit kommt der Strom aus dem Netz. Bei kurzen, häufigen Lastspitzen summiert sich das. Die Messkette spielt dabei mit: Ein Smart Meter, der im Sekundentakt liefert, erlaubt eine schnellere Regelung als einer mit längerem Intervall.
Der Standby-Verbrauch ist die Leistung, die das Gerät selbst zieht, um betriebsbereit zu bleiben – Elektronik, Batteriemanagement, Funkverbindung. Über ein Jahr gerechnet ist das eine Größe, die den Nutzen eines kleinen Speichers spürbar mindern kann. Bei der Auswahl zwischen zwei Systemen ähnlicher Kapazität lohnt der Vergleich dieses Werts deshalb mehr als der Vergleich der Nennkapazität.
Der Smart Meter: Einbau und Varianten
Der CT002 arbeitet mit Stromwandlern – Klappwandlern, die um die Phasenleiter gelegt werden und den durchfließenden Strom berührungslos erfassen. Das hat gegenüber einem direkt messenden Zähler zwei Vorteile: Die Leiter müssen nicht aufgetrennt werden, und der Einbau kommt ohne Unterbrechung der Versorgung aus. Zu beachten ist die Einbaurichtung – die Wandler sind gerichtet, und ein falsch herum aufgesetzter Wandler kehrt das Vorzeichen um, sodass Bezug als Einspeisung gemessen wird und die Regelung genau verkehrt herum arbeitet.
Der Einbauort ist der Netzübergabepunkt, also die Stelle hinter dem Zähler, an der die gesamte Hausinstallation zusammenläuft. Sitzt der Wandler weiter hinten in der Verteilung, sieht er nur einen Teil des Verbrauchs, und der Speicher regelt auf ein unvollständiges Bild. In Mehrfamilienhäusern und bei getrennten Zählerkreisen ist das der Punkt, an dem die Installation vorab geklärt werden muss.
Für die Datenübertragung zum Speicher gibt es je nach System kabelgebundene und funkbasierte Wege. Funk ist der schnellere Einbau, hängt aber an der Verbindungsqualität zwischen Zählerschrank – oft im Keller und aus Metall – und dem Speicher am Balkon. Wo diese Strecke kritisch ist, ist die kabelgebundene Variante die belastbarere Lösung. Das gehört bei der Terminplanung berücksichtigt, weil das Verlegen einer Leitung ein anderer Aufwand ist als das Aufsetzen eines Funkmoduls.
Anmeldung und Zusammenspiel mit dem Netzbetreiber
Ein Speicher hinter einem Steckersolargerät ändert an der Anmeldesituation wenig: Maßgeblich ist die Einspeiseleistung des Wechselrichters, die bei Steckersolargeräten auf 800 VA begrenzt ist. Die Anlage wird im Marktstammdatenregister eingetragen. Bei All-in-One-Geräten mit integriertem Wechselrichter ist dessen Ausgangsleistung der relevante Wert, bei AC-gekoppelten Speichern hinter einem vorhandenen Wechselrichter bleibt es bei der Angabe der bestehenden Anlage.
Zu klären ist, ob der Speicher aus dem Netz nachladen darf. Systeme, die das können, sind für dynamische Stromtarife interessant – geladen wird, wenn der Börsenpreis niedrig ist. Das ist allerdings kein reiner Solarbetrieb mehr und kann bei geförderten Anlagen Auswirkungen auf die Vergütung haben. Die Einstellung gehört deshalb in die Inbetriebnahmedokumentation.
Auswahl nach Ausgangslage
- Balkon mit zwei bis vier Modulen – Jupiter C+ mit 2,56 kWh, bei Bedarf um ein Erweiterungsmodul ergänzt
- Bestehende Mini-PV-Anlage nachrüsten – Venus E 3.0 oder Venus C & E, AC-gekoppelt hinter dem vorhandenen Wechselrichter
- Neue Anlage mit Ausbauperspektive – Venus A oder Venus D als Basismodul, Erweiterung später
- Höherer Eigenverbrauch, mehrere Module – Venus-A-Verbund bis 12,72 kWh
- Aufstellung im Freien, Winterbetrieb – Venus-Reihe mit Ladefreigabe unter 0 °C
- Verbrauchsgeführte Regelung – CT002 Smart Meter am Übergabepunkt einplanen
Was ein Speicher am Balkonkraftwerk einbringt
Eine Mini-PV-Anlage ohne Speicher erzeugt dann am meisten, wenn im Haushalt am wenigsten gebraucht wird – mittags. Der Überschuss geht unvergütet ins Netz, und der Eigenverbrauchsanteil liegt je nach Grundlast typischerweise bei 30 bis 40 %. Ein Speicher verschiebt die Erzeugung in die Abendstunden und hebt diesen Anteil deutlich an.
Der Nutzen ist allerdings begrenzt durch das, was die Anlage liefern kann. Eine 800-Wp-Anlage bringt an einem guten Sommertag rund 4 bis 5 kWh; davon werden 1 bis 2 kWh direkt verbraucht, sodass 3 kWh für den Speicher bleiben. Ein Speicher in dieser Größenordnung – Jupiter C+ mit 2,56 kWh oder Venus E mit 5,12 kWh bei entsprechend größerer Anlage – wird im Sommerhalbjahr täglich durchgefahren. Ein deutlich größerer steht überwiegend teilgeladen herum, und die Amortisation verlängert sich, weil sich ein Speicher über die tatsächlich gefahrenen Vollzyklen rechnet und nicht über seine Nennkapazität.
Im Winterhalbjahr kehrt sich das Bild um: Bei 1 bis 2 kWh Tagesertrag arbeitet auch ein kleines Gerät nur noch teilweise. Für die Auslegung ist deshalb das Sommerhalbjahr maßgeblich. Die Ausbaubarkeit der Venus-Reihe nimmt der Entscheidung den endgültigen Charakter – der Kunde beginnt mit dem Basismodul und ergänzt, wenn Anlage oder Verbrauch wachsen.
Fertige Sets aus unserem Haus
Wir kombinieren Marstek-Speicher in eigenen Zusammenstellungen mit bifazialen Jolywood-Modulen zu Balkonkraftwerk- und Mini-PV-Sets – von 1.000 Wp mit zwei Modulen und Jupiter C+ oder Venus A bis zu 4.000 Wp mit acht Modulen und Venus D. Alternative Speicherplattformen führen wir mit Anker SOLIX und Jackery, Mikrowechselrichter mit APsystems und Deye. Modulhalterungen und Steckverbinder finden Sie unter Montage und Zubehör.
Bestellung über den Fachhandel
Alle Preise verstehen sich netto zzgl. MwSt. und sind registrierten Gewerbekunden vorbehalten. Vorrätige Ware versenden wir taggleich – Paketsendungen bei Bestelleingang bis 15:00 Uhr, Speditionsware bis 10:00 Uhr – ab unserem Lager in Villingen-Schwenningen. Speicher gehen als Gefahrgut nach den Vorschriften für Lithiumbatterien; die Verfügbarkeit steht an jedem Artikel. Bei Fragen zur Auslegung oder zu Projektmengen erreichen Sie uns unter +49 7721 94648-0.








