Cabelcon – Koaxialsteckverbinder und Montagewerkzeug aus Dänemark
Cabelcon baut Steckverbinder für Koaxialnetze: Kompressionsstecker in F- und IEC-Bauform, Winkelausführungen, Kupplungen und das Werkzeug, mit dem sie verarbeitet werden. Bei uns bekommen Sie das Programm als Fachhandelsware zu Nettopreisen – für Kabelnetzbetreiber, Elektro- und Antennenbaubetriebe und jeden, der Verbindungen sucht, die nach der Montage dauerhaft sitzen. Die vollständige Artikelliste mit Preisen und Verfügbarkeit steht unterhalb dieses Textes.
Von der Werkstatt in Vordingborg zum Weltmarkt
Cabelcon wurde 1983 von Ingolf Jacobsen im dänischen Vordingborg gegründet, mit einem klar umrissenen Ziel: die Installation von Kabelfernsehnetzen einfacher und zuverlässiger zu machen. Der Ansatz traf einen Nerv – innerhalb von weniger als einem Jahr entfielen rund 80 Prozent des dänischen Marktes auf das junge Unternehmen, und schon kurz darauf gingen die Produkte in 22 Länder. 1989 stellte Cabelcon die ersten zweiteiligen Hardline-Verbinder mit mechanischem Anschlag vor; der Anschlag definiert die Einschubtiefe mechanisch, statt sie dem Gefühl des Monteurs zu überlassen, und wurde in der Branche zum Standard. 1993 zählte das Unternehmen zu den größten Steckverbinderherstellern der Welt.
Die Eigentümerkette lässt sich lückenlos nachvollziehen: 1994 übernahm Gilbert Engineering, damals eine Tochter von Oak Industries, sämtliche Anteile der Cabel-Con A/S. Über Gilbert kam das Unternehmen später zu Corning und firmierte als Corning Cabelcon ApS. Im März 2021 erwarb die Amphenol Corporation das Geschäft von Corning; seither gehört Cabelcon zu Amphenol Broadband Solutions. Amphenol ist ein weltweit tätiger Verbindungstechnik-Konzern mit über 130 Einzelunternehmen in mehr als 40 Ländern und rund 95.000 Beschäftigten.
Der Sitz ist über all diese Wechsel derselbe geblieben: Industriparken 10, DK-4760 Vordingborg. Das Unternehmen ist nach ISO 9001 und ISO 14001 zertifiziert. Das Portfolio reicht heute von Wireless-Verbindern mit 50 Ohm über Trunk-Verbinder mit 75 Ohm bis zu Drop-Steckverbindern, Jumpern, Adaptern und Werkzeug. Bekannte Entwicklungen tragen eigene Namen – TrueLock, TrueSplit, TrueDrop und Wireless DoubleClick.
Warum Kompression und nicht Schraube oder Crimp
Ein Kompressionsstecker wird nicht auf das Kabel geschraubt und nicht mit einer Zange gequetscht, sondern axial zusammengeschoben: Das Hülsenteil fährt über den Steckerkörper und presst Mantel und Schirmgeflecht gleichmäßig ringsum gegen den Grundkörper. Daraus ergeben sich drei Eigenschaften, die im Kabelnetz zählen. Erstens ist die Verbindung rundum geschlossen, das Schirmmaß bleibt also über den gesamten Umfang erhalten. Zweitens ist der Zug am Kabel formschlüssig aufgenommen – der Stecker lässt sich nicht abziehen, ohne das Kabel zu zerstören. Drittens ist der Übergang dicht gegen eindringende Feuchtigkeit, was Außen- und Steigleitungsanwendungen erst möglich macht.
Für das Rückkanalverhalten ist der Kopplungswiderstand die maßgebliche Größe. Er beschreibt, wie viel Fremdsignal über die Schirmung in die Leitung gelangt beziehungsweise aus ihr austritt. Je niedriger dieser Wert, desto sauberer bleibt der Rückkanal zwischen 5 und 30 MHz, in dem sich alle Teilnehmer eines Strangs die Bandbreite teilen.
TrueDrop: die aktuelle Steckergeneration
Die TrueDrop-Serie ist Cabelcons einteilige Kompressionsbauform. Die technischen Eckdaten: 75 Ohm Impedanz, ein Frequenzbereich von 0,3 bis 3000 MHz und ein Kopplungswiderstand von weniger als 0,2 Milliohm je Stecker im Rückkanalbereich von 5 bis 30 MHz. Die Stecker erfüllen die einschlägigen IEC- und SCTE-Normen. Konstruktiv fällt die durchgehende Mutter im Format HEX11 (7/16) auf – der Steckerkörper ist einteilig aufgebaut, es gibt keine getrennte Überwurfmutter, die sich verdrehen könnte.
Drei Details machen die Montage schneller: ein verbesserter Gewindeeinlauf, der das Ansetzen auf der Buchse erleichtert, eine Überwurfmutter, die sich von Hand fest anziehen lässt, und eine überarbeitete Kontaktfläche. Diese Kontaktfläche gleicht unebene Buchsenstirnflächen aus und hält den Übergangswiderstand auch dann definiert, wenn die Gegenseite nicht plan ist – der Punkt, an dem in gewachsenen Netzen Intermodulationsprodukte dritter Ordnung entstehen können.
Im Sortiment stehen vier TrueDrop-Ausführungen: der F-6-TD 5.1 (16750) für Kabel mit 5,1 mm Dielektrikum, der F-6-TD QM 7.0 (16751) für 7-mm-Kabel, der kurz bauende F-MINI-TD QM 4,0 SHORT (16754) für Mini-Koaxialkabel und der F-SC 5,1 Short (16755) mit Spring-Connect-Prinzip in kurzer Bauform. Die Kurzversionen sind für Aufputzdosen und enge Kabelkanäle gedacht, in denen eine Standardlänge samt Biegeradius nicht unterkommt.
Self Install: Montage ohne Kompressionszange
Die Self-Install-Bauformen kommen ohne Werkzeug aus. Der Ablauf ist kurz: Kabel abisolieren, Schirmgeflecht zurücklegen, Stecker aufschieben. Beim Festdrehen auf der Buchse zieht sich der Stecker auf dem Kabel fest – die eigentliche Klemmkraft entsteht also erst im Moment des Anschließens. Danach sitzt die Verbindung dauerhaft und lässt sich nicht wieder vom Kabel lösen. Die Bauform gibt es in den Größen 3,7, 3,9, 4,9 und 5,1; wir führen die beiden gängigen Größen als F-6-TD Self Install 4,9 (16752) und F-6-TD Self Install 5,1 (16753).
Self Install ist überall dort im Vorteil, wo einzelne Anschlüsse nachgerüstet werden und der Aufwand für Zange und Werkzeugkoffer in keinem Verhältnis zur Stückzahl steht – bei der Nachrüstung einer Dose, im Servicefall oder wenn mehrere Gewerke ohne Antennenbau-Ausstattung arbeiten. Für die Neuinstallation ganzer Stränge bleibt die Kompressionsvariante die Wahl, weil sie sich bis zum letzten Stecker gleich verarbeiten lässt.
IEC-Bauformen für die Teilnehmerseite
Vier Artikel decken die IEC-Seite ab, also den Übergang von der F-Technik des Netzes auf die IEC-Steckverbindung, mit der Fernseher und Radio angeschlossen werden. Wir führen den IECM-56 5.1 Self Install als geraden Stecker (16756), die passende IECF-56 5.1 Self Install Kupplung (16757) sowie beide Bauteile als Winkelausführung: 90-IECM-56 5.1 (16758) und 90-IECF-56 5.1 (16759). Alle vier sind für 5,1-mm-Kabel ausgelegt und in Self-Install-Technik ausgeführt.
Die Winkelvarianten lösen ein bekanntes Platzproblem: Steht ein Fernseher oder eine Wandhalterung dicht vor der Dose, braucht ein gerader Stecker plus Biegeradius mehr Tiefe, als vorhanden ist. Mit dem 90-Grad-Abgang läuft das Kabel direkt an der Wand entlang nach unten.
Werkzeug für die Verarbeitung
Drei Werkzeugartikel gehören zum Programm. Der Pocket Installer RG6/59 (16745) ist ein kompaktes Abisolierwerkzeug für die beiden gängigsten Kabeltypen; es setzt die beiden nötigen Schnitttiefen in einem Arbeitsgang und legt Innenleiter und Geflecht in der richtigen Länge frei. Die CX3 All Size Tool (16747, Herstellernummer 98029072-01) ist die Kompressionszange für sämtliche Cabelcon-Größen – der Name ist wörtlich zu nehmen, ein Wechsel des Einsatzes je Steckergröße entfällt. Das Rep Tool (16748) ergänzt sie um drei Distanzbolzen für Wartung und Nachjustierung der Zange.
Die Investition in eine Zange rechnet sich ab der ersten größeren Installation: Ein sauber komprimierter Stecker braucht rund fünf Sekunden, die Verbindung ist reproduzierbar und unabhängig von der Handkraft des Monteurs.
Schirmung: warum der Stecker die Kette bestimmt
Ein Koaxialnetz ist in seiner Schirmwirkung nur so gut wie sein schwächstes Bauteil. Ein Kabel der Klasse A+ mit über 100 dB Schirmungsmaß bringt seine Werte nur dann bis zur Dose, wenn Stecker, Dose und Verteiler dieselbe Güte halten. Genau hier liegt der Unterschied zwischen einer Schraub- und einer Kompressionsverbindung: Der geschraubte Stecker klemmt das Geflecht punktuell und lässt zwischen Mantel und Steckerkörper einen Spalt, der Länge und Lage der Öffnung dem Zufall überlässt. Die Kompression schließt den Umfang vollständig – das Geflecht liegt ringsum flächig an, und der Übergang bleibt über die Lebensdauer der Installation stabil.
Für die Praxis heißt das: Wer im Bestand Störungen sucht, findet sie erfahrungsgemäß eher an den Übergängen als in der Leitung. Und wer neu installiert, entscheidet mit der Steckerwahl darüber, welches Schirmungsmaß die Anlage am Ende tatsächlich erreicht – unabhängig davon, welche Klasse auf dem Kabelmantel steht.
Rückkanal: der Bereich, in dem sich alle treffen
In Kabelnetzen läuft der Rückweg vom Teilnehmer zum Netzbetreiber im Bereich zwischen 5 und 65 MHz, im klassischen Zuschnitt zwischen 5 und 30 MHz. Dieser Abschnitt ist schmal, wird von allen Teilnehmern eines Strangs gemeinsam genutzt und liegt genau in dem Frequenzbereich, in dem Störer aus der Hausinstallation am stärksten einkoppeln – Schaltnetzteile, Dimmer, Motoren. Der Kopplungswiderstand eines Steckverbinders beschreibt, wie durchlässig er für solche Einkopplungen ist. Die TrueDrop-Serie ist hier mit weniger als 0,2 Milliohm je Stecker spezifiziert. Bei einer Wohnung mit vier Anschlüssen summiert sich das über die gesamte Kette – ein Grund, weshalb Netzbetreiber Kompressionstechnik in ihren Installationsvorgaben festschreiben.
Verarbeitung: der Ablauf in vier Schritten
Der Arbeitsgang ist bei allen Kompressionssteckern gleich und in wenigen Sekunden erledigt. Zuerst wird das Kabel mit dem Abisolierwerkzeug abgesetzt – die beiden Schnitttiefen für Mantel und Dielektrikum entstehen dabei in einem Durchgang. Dann wird das Schirmgeflecht gleichmäßig über den Mantel zurückgelegt, ohne einzelne Litzen abzuknicken; eine Folie unter dem Geflecht bleibt dabei auf dem Dielektrikum. Anschließend wird der Stecker aufgeschoben, bis das Dielektrikum sichtbar bündig im Steckerkörper sitzt – dieser Sichtkontrolle kommt die eigentliche Qualitätsentscheidung zu. Zuletzt komprimiert die Zange den Stecker in einem Hub.
Der Innenleiter sollte nach dem Verpressen etwa bündig mit der Steckerstirn abschließen. Steht er zu weit vor, lässt sich der Stecker nicht sauber auf die Buchse setzen; ist er zu kurz, entsteht kein sicherer Kontakt. Beides wird beim Absetzen des Kabels festgelegt, nicht beim Komprimieren – ein zum Kabel passendes Abisolierwerkzeug erspart deshalb die meisten Nacharbeiten.
F oder IEC: wo welche Bauform sitzt
Die Aufteilung ist im deutschen Markt eindeutig. Auf der Netzseite – LNB, Multischalter, Verstärker, Verteiler, Kopfstelle, Antennendose auf der Zuleitungsseite – wird durchgängig die F-Technik mit ihrem Schraubgewinde verwendet. Sie überträgt bis in den GHz-Bereich, führt bei Satellitenanlagen zusätzlich die Speisespannung für das LNB und hält durch das Gewinde auch mechanischen Zug aus. Auf der Teilnehmerseite, also am Fernseher und am Radio, sitzt die IEC-Verbindung als Steckverbindung ohne Gewinde: IEC-Stecker für den Antenneneingang, IEC-Kupplung für den Ausgang eines Geräts.
In einer typischen Wohnungsinstallation kommen beide Bauformen vor – F an der Dose, IEC am Endgerät. Deshalb führen wir beide Seiten aus demselben Programm, einschließlich der Winkelvarianten für beengte Einbausituationen.
Größe wählen: das Dielektrikum entscheidet
Die Zahl im Steckernamen – 4,0, 4,9, 5,1 – bezeichnet den Durchmesser des Dielektrikums, also der weißen Isolierschicht um den Innenleiter, nicht den Außendurchmesser des Kabels. Das ist der häufigste Grund, weshalb ein Stecker nicht passt: Zwei Kabel mit identischem Außenmaß können unterschiedliche Dielektrikumsdurchmesser haben. Bei der Größe 7.0 handelt es sich um einen Cabelcon-Größencode für 7-mm-Kabel.
| Steckergröße | Passend für | Artikel |
|---|---|---|
| 4,0 | Mini-Koaxialkabel mit 4,3 mm Außendurchmesser | 16754 |
| 4,9 | gängige 6,8- bis 7-mm-Koaxialkabel | 16752 |
| 5,1 | 7-mm-Koaxialkabel | 16750, 16753, 16755, 16756–16759 |
| 7.0 | 7-mm-Koaxialkabel (Cabelcon-Größencode) | 16751 |
Im Zweifel gilt: Kabel abisolieren, Dielektrikum mit dem Messschieber messen, dann die Steckergröße wählen. Bei unbekanntem Bestandskabel ist ein Musterstecker jeder Größe im Werkzeugkoffer die schnellste Lösung.
Auswahl nach Anwendungsfall
- Neuinstallation ganzer Stränge – TrueDrop-Kompressionsstecker in der Kabelgröße plus CX3 All Size Tool
- Einzelne Anschlüsse ohne Werkzeug – Self-Install-Stecker in 4,9 oder 5,1
- Enge Einbausituation, Aufputzdose – Kurzversionen F-SC 5,1 Short oder F-MINI-TD QM 4,0 SHORT
- Anschluss von Fernseher und Radio – IEC-Stecker und -Kupplung, bei Platzmangel in der 90-Grad-Ausführung
- Dünne Verlegekabel in Kabelkanälen – Größe 4,0 für Mini-Koaxialkabel
- Rückkanalbetrieb im Kabelnetz – TrueDrop mit unter 0,2 Milliohm Kopplungswiderstand je Stecker
Dokumentation und Bevorratung
Das Produktinformationsblatt zur TrueDrop-Serie mit den vollständigen elektrischen und mechanischen Werten stellt der Hersteller als PDF bereit; wir haben es an der Serienseite und an den TrueDrop-Artikeln hinterlegt, sodass es für Ausschreibungsunterlagen und Abnahmeprotokolle direkt verfügbar ist. Für die Self-Install-, IEC- und Werkzeugartikel veröffentlicht Cabelcon keine einzeln verlinkbaren Datenblätter – die maßgeblichen Angaben zu Größe, Kabelpassung und Ausführung stehen deshalb an der jeweiligen Produktseite.
Für die Bevorratung im Betrieb hat sich eine schmale Auswahl bewährt: eine Größe für das Standardkabel des Hauses, die zugehörige Self-Install-Variante für Servicefälle, IEC-Stecker und -Kupplung gerade und im Winkel sowie eine Kompressionszange. Damit ist der weit überwiegende Teil der anfallenden Arbeiten abgedeckt, ohne dass mehrere Größen parallel vorgehalten werden müssen. Die gängigen Ausführungen führen wir in größeren Gebinden, sodass sich der Bedarf einer Baustelle in einer Position bestellen lässt.
Aus eigener Fertigung
Aus eigener Fertigung: Das passende Kabel kommt bei uns aus dem eigenen Programm. Für die Steckergrößen 4,9 und 5,1 sind das die 7-mm-Koaxialkabel der Serie DUR-line Koaxialkabel – darunter DUR 95KN und DUR 95TR, die stärker geschirmten DUR 110 und DUR 110TR sowie das UV-beständige DUR 95 UV für die Außenverlegung. Zur Steckergröße 4,0 passt das DUR-line Mini-Koaxialkabel DUR 4,3 mit 4,3 mm Außendurchmesser. Kabel und Stecker lassen sich damit in einer Bestellung aufeinander abgestimmt beschaffen.
Bestellung über den Fachhandel
Alle Preise verstehen sich netto zzgl. MwSt. und sind registrierten Gewerbekunden vorbehalten. Vorrätige Ware versenden wir taggleich – Paketsendungen bei Bestelleingang bis 15:00 Uhr, Speditionsware bis 10:00 Uhr – ab unserem Lager in Villingen-Schwenningen. Die gängigen Steckergrößen halten wir in Gebindemengen vorrätig; die Verfügbarkeit steht an jedem Artikel. Bei Fragen zur Auslegung oder zu Projektmengen erreichen Sie uns unter +49 7721 94648-0.












